Wer schon einmal ein Badezimmer saniert, neue Sockelleisten verlegt oder Fenster abgedichtet hat, stand mit Sicherheit vor dem Regal im Baumarkt oder im Online-Shop und hat sich diese eine entscheidende Frage gestellt: Nehme ich jetzt Silikon oder Acryl? Auf den ersten Blick sehen sich die Kartuschen zum Verwechseln ähnlich, und auch die pastöse Masse, die aus der Spitze gedrückt wird, unterscheidet sich rein optisch kaum. Doch dieser erste Eindruck täuscht gewaltig.
Die Wahl des richtigen Dichtstoffs ist nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern eine fundamentale bauphysikalische Entscheidung. Ein falscher Griff kann fatale Folgen haben: Von unschönen Rissen in der Wandfarbe über undichte Duschen bis hin zu massiven Wasserschäden und gefährlicher Schimmelbildung in den eigenen vier Wänden. In der modernen Bautechnik und bei Renovierungsarbeiten gibt es für jedes Material und jede Anforderung den perfekt abgestimmten Dichtstoff.
In diesem umfassenden Ratgeber von Isolbau erklären wir Ihnen bis ins kleinste Detail, worin sich Silikon und Acryl unterscheiden, welche chemischen und physikalischen Eigenschaften sie besitzen und – am wichtigsten – in welchen konkreten Situationen Sie zu welchem Dichtstoff greifen sollten. Egal, ob Sie ein erfahrener Handwerker oder ein ambitionierter Heimwerker (DIY) sind, nach dem Lesen dieses Artikels werden Sie genau wissen, wie Sie Fugen dauerhaft, professionell und optisch ansprechend abdichten.
Was ist Silikon? Der hochelastische und wasserabweisende Alleskönner
Silikon ist ein synthetisches Polymer, dessen Grundgerüst nicht wie bei den meisten Kunststoffen aus Kohlenstoff, sondern aus Silizium- und Sauerstoffatomen besteht. Diese einzigartige chemische Struktur verleiht dem Silikondichtstoff seine herausragenden Eigenschaften, die ihn in der Bauindustrie so unverzichtbar machen.
Die wichtigsten Eigenschaften von Silikon
Silikon ist in erster Linie dauerelastisch und wasserabweisend (hydrophob). Wenn Silikon aushärtet (vernetzt), entsteht eine gummiartige, extrem flexible Fuge. Selbst bei starken Temperaturschwankungen oder Erschütterungen bleibt das Material geschmeidig und kann Dehnbewegungen der Bauteile mühelos ausgleichen, ohne zu reißen.
Darüber hinaus ist Silikon hochgradig beständig gegen UV-Strahlung, Witterungseinflüsse und Alterungsprozesse. Ein weiterer entscheidender Punkt: Silikon ist nicht überstreichbar. Aufgrund seiner stark wasser- und schmutzabweisenden Oberfläche perlt Farbe, egal ob Wandfarbe oder Lack, einfach ab. Silikonfugen müssen daher von Anfang an in der passenden Farbe (z. B. Weiß, Transparent, Grau, Anthrazit) gewählt werden.
Die verschiedenen Arten von Silikon
Nicht jedes Silikon ist gleich. Grundsätzlich unterscheidet man bei den Aushärtungssystemen zwischen essigvernetzendem (acetatvernetzendem) und neutralvernetzendem Silikon:
- Essigvernetzendes Silikon (Sanitärsilikon): Während der Aushärtung riecht dieses Silikon stark nach Essig. Es ist besonders widerstandsfähig und wird häufig in Badezimmern und Feuchträumen verwendet. Fast alle Sanitärsilikone sind fungizid (pilzhemmend) ausgestattet, um Schimmelbildung in nassen Umgebungen zu verhindern. Achtung: Es eignet sich nicht für alkalihaltige Untergründe (wie Beton) oder ungeschützte Metalle (Korrosionsgefahr!).
- Neutralvernetzendes Silikon (Bausilikon / Natursteinsilikon): Dieses Silikon ist nahezu geruchlos. Es härtet neutral aus und greift empfindliche Materialien nicht an. Es ist die beste Wahl für Spiegel, Fenster, Metalle, Beton, Kunststoffe und vor allem für Naturstein (hier spezielles Natursteinsilikon verwenden, um Randzonenverschmutzungen zu vermeiden).
- Hochtemperatursilikon: Ein Spezialdichtstoff, der extremen Temperaturen standhält und oft im Motorenbau oder bei Kaminöfen eingesetzt wird.
Fazit zu Silikon: Ein Meister der Elastizität und Wasserfestigkeit, jedoch ein Feind des Malers, da es sich nicht überstreichen lässt.
Was ist Acryl? Der überstreichbare Rissfüller für den Innenausbau
Acryldichtstoffe basieren auf Acrylat-Dispersionen, also auf Wasserbasis. Im Gegensatz zu Silikon, das durch die Luftfeuchtigkeit aushärtet, trocknet Acryl durch die Verdunstung des enthaltenen Wassers. Dieser physikalische Trocknungsprozess führt dazu, dass Acryl während des Aushärtens leicht schrumpft (Volumenschwund).
Die wichtigsten Eigenschaften von Acryl
Der größte und wichtigste Vorteil von Acryldichtstoffen ist ihre Überstreichbarkeit. Sobald das Acryl vollständig durchgetrocknet ist, kann es mit handelsüblichen Dispersionsfarben, Acryllacken und vielen anderen Wandfarben problemlos übermalt werden. Dies macht es zum absoluten Favoriten für Maler, Stuckateure und Trockenbauer.
Acryl ist plastoelastisch. Das bedeutet, es ist nach dem Aushärten zwar noch leicht flexibel, erreicht aber bei weitem nicht die hohe Dauerelastizität und Rückstellfähigkeit von Silikon. Bei zu starken Bewegungen der Bauteile kann eine Acrylfuge daher reißen.
Ein weiterer entscheidender Unterschied: Acryl ist nicht wasserfest. Dauerhafte Feuchtigkeitsbelastung oder stehendes Wasser lösen das Material auf oder lassen es aufquellen. Daher hat klassisches Acryl in Nassbereichen wie Duschen oder Badewannen absolut nichts zu suchen.
Fazit zu Acryl: Die ideale Wahl für optische Verschönerungen im Trockenbereich, da es sich nahtlos unter Wandfarbe verstecken lässt, aber anfällig für Wasser und starke mechanische Belastungen.
Der große Direktvergleich: Silikon vs. Acryl
Um Ihnen die Entscheidung so einfach wie möglich zu machen, haben wir die wichtigsten Kriterien beider Dichtstoffe noch einmal direkt gegenübergestellt:
| Eigenschaft / Kriterium | Silikon | Acryl |
| Überstreichbarkeit | Nein! Farbe perlt ab. Muss in der passenden Farbe gekauft werden. | Ja! Perfekt überstreichbar mit den meisten Wandfarben und Lacken. |
| Wasserbeständigkeit | Sehr hoch. Absolut wasserdicht und wasserabweisend. | Gering. Löst sich bei dauerhaftem Kontakt mit Wasser auf. |
| Elastizität | Sehr hoch (dauerelastisch). Nimmt starke Bewegungen gut auf. | Mittel bis gering (plastoelastisch). Bei starken Bewegungen reißt es. |
| Einsatz im Nassbereich | Ja, ideal für Bad, Dusche, Küche (mit Fungiziden gegen Schimmel). | Nein, absolut ungeeignet für Duschen und Wannen. |
| Haftung auf Untergründen | Sehr gut auf glatten Flächen (Fliesen, Glas, Emaille). | Sehr gut auf porösen/saugenden Flächen (Putz, Gips, Holz, Beton). |
| Trocknungsverhalten | Härtet durch Luftfeuchtigkeit aus (kein Schrumpfen). | Härtet durch Wasserverdunstung aus (leichter Volumenschwund möglich). |
| Oberflächenstruktur | Glatt, leicht glänzend, gummiartig. | Matt, rau, ähnelt feinem Putz (besonders bei Strukturacryl). |
| Reinigung (frisch) | Benötigt spezielle Mittel, Terpentin oder Trockentuch. | Ganz einfach mit Wasser abwaschbar. |
Anwendungsbereiche: Wann kommt was zum Einsatz?
Die Theorie ist wichtig, doch wie sieht es in der Baupraxis aus? Hier sind die häufigsten Szenarien aus dem echten Leben und die klare Antwort, welchen Dichtstoff Sie benötigen.
Hier MÜSSEN Sie Silikon verwenden:
- Fugen im Badezimmer (Sanitärbereich): Die Fugen zwischen Badewanne und Fliesen, in der Duschkabine, rund um das Waschbecken oder das WC. Hier benötigen Sie zwingend Sanitärsilikon, da es wasserdicht ist und durch pilzhemmende Zusätze (Fungizide) dem Schimmel trotzt.
- Küchenzeilen und Spülbecken: Die Übergänge zwischen Küchenarbeitsplatte und Fliesenspiegel sowie das Einsetzen der Spüle erfordern ebenfalls Silikon. Auch hier geht es um Wasserschutz.
- Fenster und Glasbau: Bei der Versiegelung von Glasscheiben in Fensterrahmen wird spezielles Fenster- oder Bausilikon verwendet. Es haftet exzellent auf Glas und ist UV-beständig.
- Dehnungsfugen bei Bodenfliesen: Übergänge zwischen verschiedenen Räumen, in Ecken oder am Übergang von Boden zur Wand (bei Fliesen) erfordern die hohe Flexibilität von Silikon, da das Gebäude arbeitet und Temperaturschwankungen im Boden ausgleichen muss (besonders bei Fußbodenheizungen).
- Außenbereich: Für Anschlüsse an Fassaden, Balkonen oder Terrassen ist Silikon (oder teils Hybrid-Polymer) die bessere Wahl, da klassisches Acryl durch Regen ausgewaschen werden könnte.
Hier ist Acryl die perfekte Wahl:
- Sockelleisten: Der Klassiker. Sie haben neue Fußleisten verlegt, aber die Wand ist nicht 100 % gerade, sodass ein unschöner Spalt zwischen Leiste und Wand klafft. Ziehen Sie eine feine Acrylfuge, ziehen Sie diese glatt und streichen Sie sie später mit der Wandfarbe über. Der Spalt wird unsichtbar!
- Risse in Wänden und Decken: Bevor Sie ein Zimmer neu tapezieren oder streichen, müssen Setzrisse im Mauerwerk, in Gipsplatten oder im Putz geschlossen werden. Acryl füllt diese Risse dauerhaft und kann problemlos überstrichen werden.
- Trockenbau (Gipskartonplatten): In den Ecken und Kanten von abgehängten Decken oder Trockenbauwänden wird Acryl gespritzt. So entstehen saubere Innenecken, die beim späteren Streichen nahtlos integriert werden.
- Tür- und Fensterrahmen (innen): Der Anschluss zwischen einem Türzargenrahmen aus Holz und der verputzten Wand wird im Innenbereich mit Acryl geschlossen. Es hält Zugluft fern und kann in der Farbe der Wand oder des Rahmens gestrichen werden.
- Stuck und Zierleisten: Wer Zierprofile aus Styropor oder Polyurethan an die Decke klebt, schließt die Übergänge zur Decke mit Acryl, um eine perfekte, aus einem Guss wirkende Optik zu erzielen.
Die häufigsten Fehler und wie Sie diese vermeiden
Selbst beim besten Willen passieren Heimwerkern immer wieder dieselben Fehler beim Verfugen. Damit Ihr Projekt mit Produkten von Isolbau auf Anhieb gelingt, hier die größten Fallstricke:
- Acryl im Badezimmer verwenden: Ein absoluter Klassiker unter den Fehlern. Acryl ist billiger als Silikon, weshalb manche es fälschlicherweise in der Dusche nutzen. Die Folge: Nach wenigen Wochen weicht das Acryl auf, bröckelt heraus, Schimmel entsteht und Wasser dringt in das Mauerwerk ein.
- Silikon überstreichen wollen: Man zieht eine schöne Silikonfuge neben der Tür, möchte die Wand streichen und stellt fest: Die teure Dispersionsfarbe zieht sich zusammen und rutscht vom Silikon ab wie Wasser von einer fettigen Pfanne. Das Ergebnis sieht unprofessionell aus und lässt sich kaum noch korrigieren. Abhilfe schafft hier nur das Herausschneiden des Silikons und das Neuverfugen mit Acryl.
- Mangelhafte Untergrundvorbereitung: Weder Silikon noch Acryl halten auf Schmutz, Staub, Fett oder Seifenresten. Eine Fuge, die auf Staub aufgetragen wird, wird sich binnen kürzester Zeit ablösen. Reinigen Sie den Untergrund immer gründlich!
- Spülmittel als Universal-Glättmittel verwenden: Viele nutzen ein stark konzentriertes Wasser-Spülmittel-Gemisch, um Silikon glattzuziehen. Das Problem: Viele moderne Spülmittel enthalten pflegende Zusätze, Zitrone oder Balsam, die die Pilzhemmung (Fungizide) des Silikons zerstören und den Dichtstoff stumpf machen können. Nutzen Sie besser ein professionelles Fugenglättmittel.
- Zu tiefes Verfugen ohne Hinterfüllmaterial: Eine Fuge sollte immer nur an zwei Flanken haften (Zweiflankenhaftung). Haftet das Silikon am Boden der Fuge und an beiden Seiten (Dreiflankenhaftung), reißt es bei Bewegungen sehr schnell. Bei tiefen Fugen muss immer zuerst eine Rundschnur (PE-Hinterfüllmaterial) eingebracht werden.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: So verfugen Sie wie ein Profi
Damit Sie das bestmögliche Ergebnis erzielen, egal ob mit Acryl oder Silikon, folgen Sie dieser professionellen Anleitung. Alles, was Sie dafür benötigen, finden Sie im Sortiment von Isolbau.
Schritt 1: Vorbereitung und Reinigung
Eine perfekte Fuge beginnt mit der Vorbereitung. Der Untergrund muss absolut trocken, staub- und fettfrei sein. Entfernen Sie alte Fugenreste restlos mit einem Fugenmesser oder Cuttermesser. Verwenden Sie gegebenenfalls einen Silikonentferner für hartnäckige Reste. Wischen Sie glatte Oberflächen wie Fliesen mit einem geeigneten Reiniger ab.
Schritt 2: Abkleben (Optional, aber empfohlen)
Besonders als Anfänger empfiehlt es sich, die Ränder der geplanten Fuge mit Malerkrepp abzukleben. So erhalten Sie später eine gestochen scharfe und gleichmäßig breite Fuge. Achten Sie darauf, das Klebeband fest anzudrücken.
Schritt 3: Dichtstoff vorbereiten und auftragen
Schneiden Sie die Spitze der Kartusche (Silikon oder Acryl) ab. Schrauben Sie die Dosierdüse auf und schneiden Sie diese schräg in der Breite ab, die Ihre Fuge haben soll. Legen Sie die Kartusche in eine hochwertige Kartuschenpresse von Isolbau.
Setzen Sie die Spitze in einem 45-Grad-Winkel an und ziehen Sie die Kartuschenpresse gleichmäßig und ohne abzusetzen in Ihre Richtung. Drücken Sie den Dichtstoff so in die Fuge, dass sie komplett und hohlraumfrei gefüllt ist.
Schritt 4: Glätten
Bei Acryl: Hier können Sie einfach Ihren Finger in sauberes Wasser tauchen (oder einen Fugenglätter verwenden) und das Acryl mit leichtem Druck glatt abziehen. Überschüssiges Material lässt sich mit einem feuchten Tuch problemlos von Wänden abwischen.
Bei Silikon: Besprühen Sie die frische Fuge leicht mit einem professionellen Glättmittel. Verwenden Sie einen Fugenabzieher aus Kunststoff, um überschüssiges Silikon sauber zu entfernen. Arbeiten Sie zügig, da Silikon relativ schnell eine Haut an der Oberfläche bildet.
Schritt 5: Klebeband abziehen und Trocknen lassen
Falls Sie abgeklebt haben, ziehen Sie das Malerkrepp sofort ab, bevor der Dichtstoff eine Haut bildet. Ziehen Sie das Band schräg vom Dichtstoff weg.
Nun heißt es Geduld haben. Acryl ist oft schon nach wenigen Stunden überstreichbar (achten Sie auf die Herstellerangaben auf der Isolbau-Kartusche). Silikon braucht länger. Als Faustregel gilt: Silikon härtet etwa 2 Millimeter pro 24 Stunden durch. Belasten Sie Dusch- oder Badewannenfugen im Idealfall erst nach 2 bis 3 Tagen mit Wasser.
Warum Sie auf Dichtstoffe von Isolbau setzen sollten
Ein Dichtstoff ist nur so gut wie seine chemische Zusammensetzung. Minderwertige Silikone aus dem Billigsegment verlieren schnell ihre Elastizität, vergilben unter UV-Strahlung oder bieten Schimmelsporen aufgrund fehlender oder minderwertiger Fungizide einen idealen Nährboden. Billiges Acryl wiederum neigt stark zur Rissbildung und schrumpft beim Trocknen so sehr, dass oft ein zweiter oder gar dritter Arbeitsgang nötig wird.
Mit den Premium-Produkten von Isolbau.de gehen Sie auf Nummer sicher. Unsere Dichtstoffe werden nach höchsten europäischen Qualitätsstandards gefertigt.
- Isolbau Sanitärsilikone bieten maximalen Schutz vor Schimmelbildung, besitzen eine exzellente Haftung auf glatten Oberflächen und behalten ihre Farbe auch nach Jahren bei.
- Isolbau Maleracryl überzeugt durch hervorragende Überstreichbarkeit, minimalen Schwund beim Aushärten und eine starke Haftung auf porösen Untergründen wie Putz und Beton.
- Darüber hinaus bieten wir in unserem Sortiment Speziallösungen wie Montagekleber, PU-Schäume und Abdichtungsbahnen an, die perfekt auf unsere Dichtstoffe abgestimmt sind.
Wer bei Bauchemie spart, zahlt am Ende meist doppelt durch aufwendige Nacharbeiten. Vertrauen Sie daher auf die Profi-Qualität von Isolbau.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Um keine Unklarheiten zu hinterlassen, beantworten wir hier die häufigsten Fragen unserer Kunden zum Thema Silikon und Acryl.
1. Kann ich Acryl über Silikon auftragen oder streichen?
Nein, auf gar keinen Fall! Silikon ist extrem abweisend. Acryl würde auf dem Silikon keinen Halt finden und beim Trocknen einfach abblättern oder abfallen. Wenn Sie eine Silikonfuge haben, die Sie überstreichen möchten, müssen Sie das Silikon komplett restlos entfernen und die Fuge durch Acryl ersetzen (sofern der Einsatzort dies zulässt).
2. Gibt es überstreichbares Silikon?
Klassisches Silikon ist niemals überstreichbar. Es gibt auf dem Markt jedoch sogenannte SMP-Polymere (Silanmodifizierte Polymere) oder Hybrid-Dichtstoffe. Diese vereinen die Elastizität von Silikon mit der Überstreichbarkeit von Acryl. Diese Spezialprodukte finden Sie ebenfalls im Fachhandel, sie sind jedoch in der Regel deutlich teurer als Standard-Dichtstoffe.
3. Mein Acryl ist beim Trocknen gerissen. Woran liegt das?
Das kann mehrere Ursachen haben. Entweder war die Fuge zu tief und zu breit, sodass die Spannung beim Trocknen (Schrumpfprozess) zu groß wurde. Oder die aneinandergrenzenden Bauteile haben sich zu stark bewegt. Eine weitere Ursache: Das Acryl wurde zu früh mit stark wasserhaltiger Farbe überstrichen. Acryl sollte bei tiefen Rissen lieber in zwei dünnen Schichten aufgetragen werden als in einer dicken.
4. Wie entferne ich Schimmel von einer Silikonfuge?
Leichter, oberflächlicher Schimmel kann mit speziellen Anti-Schimmel-Sprays (Chlorbasis) behandelt werden. Wenn der Schimmel jedoch schwarz und tief in das Material eingedrungen ist, hilft kein Putzen mehr. Die Fungizide haben sich verbraucht. In diesem Fall muss das komplette Silikon herausgeschnitten, die Fuge mit Anti-Schimmel-Mittel desinfiziert und anschließend mit frischem Isolbau-Sanitärsilikon neu verfugt werden.
5. Kann ich Acryl für den Außenbereich verwenden?
Grundsätzlich ja, aber mit Einschränkungen. Es muss zwingend ein spezielles, für außen zugelassenes Acryl verwendet werden, und dieses muss nach der vollständigen Durchtrocknung mit einer wetterfesten Fassadenfarbe überstrichen werden, um es vor direktem Regenwasser zu schützen. Für dauerhaft feuchte Bereiche oder Bodenfugen außen ist Silikon oder Polyurethan-Dichtstoff immer die bessere Wahl.
6. Wie lange ist eine geöffnete Kartusche haltbar?
Sobald eine Kartusche angebrochen ist, beginnt der Aushärtungsprozess in der Spitze. Lassen Sie ein wenig Dichtstoff aus der Spitze ragen und trocknen – dieser fungiert als „Pfropfen“. Wenn Sie das Material wieder brauchen, ziehen Sie den Pfropfen einfach heraus. So kann eine angebrochene Kartusche oft noch einige Wochen bis Monate aufbewahrt werden. Lagern Sie Kartuschen immer kühl und trocken, aber frostfrei.
Fazit: Gewusst wie, ist halb gewonnen!
Die Wahl zwischen Silikon und Acryl muss kein Rätselraten mehr sein. Merken Sie sich einfach diese goldene Grundregel:
Alles, was mit Feuchtigkeit in Berührung kommt, sich stark bewegt und nicht überstrichen werden muss, verlangt nach Silikon. Alles, was im trockenen Innenausbau stattfindet, kleine Risse füllen soll und später mit Wandfarbe verschmelzen muss, ist der perfekte Einsatzort für Acryl.
Wenn Sie diese Regel beherzigen und auf die hochwertigen bauchemischen Produkte von Isolbau zurückgreifen, steht einem erfolgreichen, dauerhaften und optisch perfekten Ergebnis nichts mehr im Wege.
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